Beschluss des Deutschen Bundestages vom 4. Juli 2002


(Drucksache 14/9033 i.V.m. 14/9661)

Für ein europäisch ausgerichtetes Zentrum gegen Vertreibungen

1. Der Deutsche Bundestag spricht sich dafür aus, einen europäischen Dialog über die Errichtung eines europäischen Zentrum gegen Vertreibungen zu beginnen. Ein solches Zentrum - als Dokumentations- und Begegnungszentrum mit Forschungsstätte - soll die Vertreibungen im Europa des 20. Jahrhunderts in ihren verschiedenen Ursachen, Kontexten und Folgen, darunter die Vertreibung der Deutschen, dokumentieren. Die Betroffenen sollten ihr Schicksal und Leid in dieser Dokumentation wiedererkennen können - und gleichzeitig das der Vertriebenen anderer Völker sehen. So wird ein solches Projekt ein Ort historisch-wissenschaftlicher Aufarbeitung sein und zugleich daran erinnern, dass wir als Deutsche und Europäer alles dafür tun müssen, um solches Leid in Zukunft zu verhindern.

2. Ein solches Projekt ist eine europäische Aufgabe und braucht zu seiner Verwirklichung europäische Partner, die auch in die Trägerschaft einbezogen werden. An der Ausarbeitung sollten Persönlichkeiten aus europäischen Ländern, die in ihrer Geschichte von Vertreibungen betroffen waren oder sind, beteiligt werden. Über Konzept und Ort einer solchen Einrichtung muss in europäischer Zusammenarbeit beraten und entschieden werden.

3. Die vom Haus der Geschichte in Bonn begonnenen Vorarbeiten für eine Ausstellung über die Vertreibung der Deutschen sollen in den Dialog über die Konzeption des künftigen Zentrums einfließen.


Berlin, den 4. Juli 2002